Fast Fashion: Der wahre Preis billiger Kleidung
- Biork Author

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Der wahre Preis billiger Kleidung

Fast Fashion steht für schnelle Trends, niedrige Preise und hohe Verfügbarkeit. Was wirtschaftlich effizient wirkt, ist ökologisch und sozial problematisch. Die Branche basiert auf hohen Produktionsmengen, kurzen Lebenszyklen und einem Materialmix, der kaum kreislauffähig ist.
Der hohe Plastikanteil in Billigmode
Ein wesentlicher Aspekt, der oft unterschätzt wird, ist der enorme Anteil synthetischer Fasern im Niedrigpreissegment. Viele günstige Kleidungsstücke bestehen überwiegend aus:
Polyester
Nylon
Acryl
Elastan
Mischgeweben mit Kunststoffanteil
Diese Materialien sind erdölbasiert. Kleidung wird damit faktisch zu einem Kunststoffprodukt. Das hat direkte Folgen für Umwelt und Entsorgung.
Fast Fashion Konsequenzen :
Beim Waschen lösen sich Mikrofasern, die als Mikroplastik in Gewässer gelangen.
Mischgewebe sind technisch kaum sortenrein trennbar.
Hochwertiges Recycling ist selten möglich.
Viele Stücke werden verbrannt oder deponiert.
Gerade Billigprodukte werden zudem häufig nicht gesammelt oder weiterverwertet, weil Qualität und Wiederverkaufswert zu gering sind.
Ressourcenverbrauch und Müllproblem
Fast Fashion ist ein lineares System: produzieren, verkaufen, entsorgen. Die Umweltbelastung entsteht entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Zentrale Problembereiche:
Hoher Wasserverbrauch in der Faserproduktion
Chemikalieneinsatz bei Färbeprozessen
Energieintensive Herstellung synthetischer Fasern
Überproduktion und kurze Nutzungsdauer
Export von Altkleidern in Länder ohne funktionierende Entsorgungssysteme
Das Resultat sind wachsende Textilmüllberge weltweit.
Soziale Dimension
Niedrige Preise sind nur durch extrem effiziente und kostengünstige Produktionsstrukturen möglich. Das führt häufig zu:
Geringen Löhnen
Hohem Zeitdruck in der Fertigung
Begrenzter Transparenz in Lieferketten
Die ökologischen und sozialen Kosten spiegeln sich nicht im Verkaufspreis wider.
Ökologische Alternativen
Nachhaltige Mode setzt auf ein anderes Prinzip: Qualität, Transparenz und Kreislauffähigkeit. Wichtige Ansätze sind:
Naturfasern wie Bio-Baumwolle, Leinen oder Hanf
Zertifizierte Produktionsstandards
Recycelte Materialien dort, wo synthetische Fasern notwendig sind
Monomaterial statt schwer recycelbarer Mischgewebe
Langlebige Verarbeitung und zeitloses Design
Der größte Nachhaltigkeitshebel bleibt jedoch die Nutzungsdauer. Ein Kleidungsstück, das viele Jahre getragen wird, verbessert seine Umweltbilanz erheblich.
Fazit
Fast Fashion ist in vielen Fällen Plastik in Textilform mit kurzer Lebensdauer und begrenzter Recyclingfähigkeit. Das Modell erzeugt hohe Umweltbelastungen und wachsende Entsorgungsprobleme.
Ökologische Alternativen zeigen, dass Mode auch anders funktionieren kann: langlebig, materialbewusst und kreislauffähig. Entscheidend ist nicht Verzicht, sondern eine bewusste Wahl.





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